1961 - 2011

Die 50-Jahr Feier am 18.06.2011

Bildergalerie 1996 - 2011 - Chronik als PDF-Datei mit Bildern 

50 Jahre Schwedter Bogensporthistorie – ein kurzer Abriss

von Uwe Neugebauer-Wallura (UNW)

Ein kleiner Blick zu den Wurzeln des Bogenschießens

Pfeil und Bogen gehören zu den ältesten bekannten Distanzwaffen und wurden schon in der Steinzeit als Jagd- und Kampfwaffen bei allen Kulturvölkern benutzt. Höhlenzeichnungen aus Spanien wurden auf mindestens 15.000 Jahre geschätzt, erste Funde von Pfeilschäften in Deutschland sind auf 9000 Jahre v.Chr. datiert. Bei den ersten Olympischen Spielen 776 v.Chr. mussten noch angebundene Schweine als Zielscheibe herhalten. Besonders in England wurden Pfeil und Bogen im 16. Jahrhundert im Kampf benutzt. Schoss man anfänglich im Training tatsächlich noch auf Kürbisse und Melonen, so entwickelten sich seit dem Mittelalter die heute noch gebräuchlichen Strohscheiben, wenngleich sich die Qualität der heutigen Scheiben erheblich verbessert hat. Die spezielle Faszination des Bogenschießens blieb bis heute ungebrochen. Trotz der hochmodernen und technologisch so interessanten Bögen,  kommt es beim Bogenschießen neben dem Training in erster Linie auf das koordinierte Zusammenspiel von Kraft, Geschicklichkeit, Konzentrationsfähigkeit und technischem Gespür für die individuelle Ausrüstung an. Von der Anfänger- bis zur Profiausrüstung liegen heute nicht nur Welten an verschiedenartigstem Equipment, sondern auch tausende von Euros.

Wie kam man auf die Idee, in Schwedt Bogen zuschießen?

Begonnen hat das Bogenschießen in der aufstrebenden jungen Chemiearbeiterstadt Schwedt an der Oder am 1.Juni des Jahres 1961, also vor genau vor einem halben Jahrhundert. Bei der Betriebssportgemeinschaft „Bau der Jugend“ wurde von Holger Weißkopf die erste Abteilung Bogensport gegründet, nur zwei Jahre nach der überhaupt ersten Gründung einer Bogensportsektion in der DDR. Bogenschießen war in der DDR bis zu ihrem Ende 1990 eine nicht förderfähige Sportart, obwohl olympisch seit 1972, des Deutschen Turn-und Sportbundes (DTSB) und damit stets mit großen materiellen, oft auch finanziellen Problemen behaftet. Auch die Pioniere des Bogensportes in Schwedt mussten sich allzu oft mit diesen Problemen rumschlagen, an Enthusiasmus fehlte es aber zu keiner Zeit, Bogensport ist in Schwedt eine der Sportarten geworden die die Stadt an der Oder weit über Landesgrenzen bekannt machte. In den Jahren von 1961 bis 1967 fanden die Bogenschützen auf dem damaligen KK-Schützenstand zwischen dem Pionierhaus „Ernst Schneller“ und dem Sportplatz „Albert- Bartels- Str.“ ihr erstes Trainingsdomizil, seit 1964 trainierten die „Robin Hoods“ der Oder nun unter den Namen „BSG Erdöl Schwedt/Oder.

Die ersten Erfolge stellen sich ein

Bereits 1966 stellten sich erste Erfolge bei DDR-Meisterschaften mit der Silbermedaille in der Mannschaft ein, eine bis heute eindrucksvolle, anhaltende Serie von Medaillengewinnen bei Meisterschaften der DDR und seit 1991 bei Deutschen Meisterschaften des Deutschen Bogensport Verbandes (DBSV) und des Deutschen Schützenbundes (DSB) wurde begründet.  Lückenlos belegt sind die Medaillengewinne bei Deutschen Meisterschaften seit 1991, insgesamt 213mal wurden bis einschließlich der Hallen-DM im März 2011 insgesamt 29 Schwedter Bogenschützen Edelmetall umgehängt, 98 in Gold, 53 als Silber und 62mal in Bronze. Mit 39mal Edelmetall, davon 27 in Gold, 7 Silber und 5 Bronzemedaillen ist Anne Pavel bis heute unangefochten Schwedts erfolgreichste Bogenschützin.

1967 – der eigene Bogensportplatz wird Realität

Ein großer Schritt in Richtung Selbständigkeit gelang den Schwedter Schützen im Jahr 1967, der noch heute genutzte Bogensportplatz im damaligen Wohnlager II wurde in Beschlag genommen, hinzu kamen eigene Trainingsräume in einer alten Baracke, der Grundstein für ein ganzjähriges Training wurde gelegt. Mit selbst gebauten Bögen machten die Schwedter bei der Bezirksspartakiade (der vorgeschalteten Meisterschaft vor der DDR-Meisterschaft)  1967 aufmerksam, unter ihnen der 16-jährige Andreas Gdanitz der Gold in der Einzel-und Teamwertung holt. In seiner bis heute andauernden Karriere, heute als 58-jähriger in der Ü55-Recurve aktiv, ist Andreas bei allen Meisterschaften auf nationaler Ebene erfolgreich gewesen, in der Halle, auf dem FITA-Feld , im Feldbogensport und sogar im Bogenlaufen stand er auf dem Treppchen der Deutschen Meisterschaften - insgesamt wurden es in mehr als vierzig Jahren aktivem Bogenschießens sieben Gold, eine Silber und sieben Bronzemedaillen.

Holger Weißkopf verstirbt 1972 – Frauenpower kommt ins Rollen

Ein Jahr später 1968 wurde sein Mentor und erster Trainer Holger Weißkopf Sechster bei der DDR-Meisterschaft, vier Jahre später 1972 verstarb der Begründer des Schwedter Bogensportes leider zu früh. In seine Fußstapfen als Abteilungsleiter traten in den Folgejahren Ralf Bachmann, Andreas Gdanitz, Frank Schröder und Rolf Neumann, der noch heute die Geschicke des Schwedter Bogensportes in seinen Händen hält. Noch im selben Jahr wurde die Sektion, die ihr zehnjähriges Jubiläum feierte, durch die ersten Mädchenteams ergänzt. Das Zeitalter der weiblichen Bogenschützinnen war angebrochen und sollte dem Schwedter Bogensport später sogar die ganz großen Erfolge bringen. Monika Lenz, Erika Rakel, Sylvia Paeschke, Claudia Penk, Irina Koragodin, Maria Weinert, Elisabeth Rönnpagel, Katrin Liedtke, Monika Simsch, Nadine Paeschke, Katrin Wallura und Christine Heidenescher standen allesamt mindestens einmal auf dem Podest einer Deutschen Meisterschaft. Anne Pavel gelang es sogar international für Furore zu sorgen, mehrfache Vizewelt-und Europameisterin wurde sie in ihrer Jugendzeit und klopfte gar an die Pforte der Nationalmannschaft der Damen. Der ganz große, still gehegte Traum von Olympia ging zwar nicht in Erfüllung, aber 2001 schoss Anne beim Juniorcup im Nymburg einen Jugendweltrekord. Mit Erika Rakel holt eine weitere Schwedter Schützin international mehrfach Edelmetall bei Polizeisport-Weltmeisterschaften.

Erfolge bei DDR – Meisterschaften

1977 wurde die BSG Erdöl in „BSG Chemie PCK Schwedt“ umbenannt, mit der Umbenennung traten weitere Erfolge ein. So holte Hartmut Eiche 1977 den 2. Platz bei den DDR Meisterschaften der Junioren,  1978 zählte die BSG Chemie  schon 20 Medaillen bei DDR- Meisterschaften. Die größte Medaillensammlerin bei DDR-Meisterschaften wurde Monika Lenz, mit 4 Gold, 11 Silber und 5 Bronze, avancierte damit zur erfolgreichsten Schützin der BSG Chemie. 1980 fanden dann erstmals DDR-Meisterschaften auf dem Schwedter Bogensportplatz statt, Gold für Monika Lenz in der AK 16/17 und Silber für Steffen Begert ebenfalls in der AK 16/17 hatten eine Berufung in den Jugendnationalkader zur Folge.

Das Ende der DDR– ein neuer Vereinsname – Erfolge nun auch gesamtdeutsch

1989 sollte ein weiteres großes Jahr der BSG Chemie werden, an den politischen Umbruch der auch den Sport durcheinander wirbelte war noch nicht zu denken. Marco Schulz, ein neues aufstrebendes Talent, wird bei der DDR-Meisterschaft in der AK10/11 Dritter, Gold holte Monika Lenz bei den Damen, Platz 3 für  Katrin Liedtke in der AK 16/17, das Team der Damen mit Lenz, Penk, Liedtke ,Weippert wird Dritter.

1990 : 29 Jahre Bogensport Schwedt in der DDR – Jahr 01 in der BRD

Die politische Wiedervereinigung im Jahre 1990 führte auch im Bogensport zu zahlreichen Veränderungen, bis heute vor allem daran zu erkennen, dass die Schwedter Bogenschützen seither unter dem Namen „SSV PCK 90 Schwedt e.V.“ bei Wettkämpfen an den Start gehen. Die sportpolitische Vertretung der deutschen Bogenschützen auf internationalem Terrain wird vom Deutschen Schützenbund e.V. wahrgenommen, der Deutsche Bogenschützenverband der DDR wurde in Deutscher Bogensport Verband 1959 e.V. umbenannt und ist heute in nahezu allen Bundesländern präsent. In beiden Dachverbänden des deutschen Bogensportes ist die SSV PCK 90 Schwedt mit ihren Bogensportlern bis heute Mitglied und sorgte mit seinen Schützen in den vergangenen zwanzig Jahren für Aufsehen.  1991 wurden die ersten Gesamtdeutschen Meisterschaften in Bonn durchgeführt, Monika Lenz belegte bei den Damen auf Anhieb den 2. Platz und mit dem Team  (Monika Lenz, Katrin Liedtke, Claudia Penk) holte Schwedt zudem die erste DEUTSCHE MEISTERSCHAFT im DBSV 1959 e.V. in die Uckermark.

Schwedt sorgt für Furore in der Bundesliga

Bereits drei Jahre später 1994 nahm unsere Abteilung zum ersten Mal an der neu eingeführten Bundesliga teil und belegten mit der Mannschaft auf Anhieb den 4. Platz. In der Einzelwertung schaffte es Andreas Gdanitz sogar auf den sensationellen 3. Platz mit 41 Punkten. Schon ein Jahr später holte unsere Mannschaft mit Steffen Begert, Marco Schulz,  Andreas Gdanitz, Frank Schröder, Christian Wolf und Monika Lenz bei der Bundesliga Silber, Anne Pavel startete das erste Mal bei Deutschen Meisterschaften und belegte einen guten 6. Platz, es sollte eine unglaubliche Erfolgsstory mit insgesamt 27 Deutschen Meistertiteln bis 2007 werden. Im Jahr 1995 erfuhr der Schwedter Bogensport eine weitere Zäsur. Durch die seitdem bis heute ununterbrochene Berichterstattung des neuen Vereinsmitgliedes Uwe Neugebauer-Wallura über die regionalen, nationalen und überregionalen Bogensportereignisse, erfuhr der Schwedter Bogensport bis heute eine öffentliche Wahrnehmung die den Bogensport aus dem Schattendasein ins Rampenlicht der Schwedter Sportpresse rücken lies. Katrin und Uwe Neugebauer-Wallura zogen aber schon 1996 ins 20km entfernte Schönow, gaben dort aber ihr in Schwedt erlerntes Bogenhandwerk weiter und sind seitdem verlässliche Partner des Schwedter Bogensportes. 1996 feierte Schwedt 35 Jahre Bogensport, 50 Sportler und Sportlerinnen folgten der Einladung, schwelgten in Erinnerungen und schmiedeten große Pläne.  

1996 – Schwedts Bogenschützen schießen sich in „Guinness Rekordbuch“

Zu einem großen Erfolg wurde die im Rahmen des Flensburger Stadtfestes "Tummelum" ausgetragene Spaß-Olympiade im Sommer 1996 in Flensburg, die gleichzeitig als "2. Rekordfestival des Weltrekordklubs-Klubs SAXONIA" galt. In der Kategorie „Wilhelm-Tell-Schüsse“ gelang es fünf Schwedter Bogenschützen der Bundesligamannschaft in 30 Minuten 134 Äpfel auf eine 30m entfernte Scheibe zu treffen, das stimmungsvolle Spektakel fand quasi über den Köpfen der Flensburger statt, mehr als 3000 Zuschauer wurden gezählt.

1997 – das sportlich erfolgreichste Jahr

Schon ein Jahr später wurde ein weiterer Traum wahr, die SSV PCK 90 Schwedt ist die Nr.1 in Deutschland, wird erstmals BUNDESLIGACHAMPION 1997. Hinzu kommen bei Deutschen Meisterschaften in der Halle 2x Gold, 2x Silber und 2x Bronze. Bei der Deutschen Meisterschaft im Feldbogensport, die der noch in den Kinderschuhen steckende Schönower Sportverein organisierte und dabei auf eine tatkräftige Hilfe der  SSV PCK 90 Schwedt bauen konnte, holten Schwedter Sportler unglaubliche 6 Goldmedaillen, 3x Silber und 2x Bronze, Anne Pavel gewann in ihrer Altersklasse in der Halle und in der Freiluftsaison jeweils Gold. Sagenhafte 17 Medaillen Schwedter Bogenschützen bei Deutschen Meisterschaften in einem Sportjahr sind bis heute unerreicht. Am 1.November 1997 fand bundesweit erstmalig in einer Kirche eine Sportveranstaltung - ein Benefiz-Bogenturnier - statt. In der Prenzlauer St. Jacobikirche trafen deutsche Spitzenschützen vom Bundesleistungszentrum Berlin auf die uckermärkische Bogensportelite aus Schwedt, Schönow und Schmölln. Christian Wolf (SSV PCK 90) besiegte in einem packenden Finale vor mehr als 100 Zuschauern im Stechen die Hallenwelteisterin Wiebke Nulle aus Berlin.

Das neue Jahrtausend

Ins neue Jahrtausend starten die Schwedter Bogenschützen furios, in der Schwedter Turnhalle „Neue Zeit“ trägt die SSV PCK 90 Schwedt  die Landesmeisterschaft-Halle des BBSV und dann noch sogar erstmals die Deutschen Hallenmeisterschaften des DBSV aus. Auf dem Podest des Nachwuchses mit dem olympischen Recurvebogen tummeln sich bei den Deutschen Meisterschaften zahlreiche Schützen aus der Uckermark, Deutscher Meister in der Teamwertung wird die SSV PCK 90 Schwedt mit Anne Pavel, Andreas Heidenescher und Christian Wolf gefolgt vom Schönower Sportverein. Die Abteilung Bogensport der SSV PCK 90 Schwedt wird bei der DM vom Landessportbund zum Landesstützpunkt berufen, der Schönower SV übernimmt 2003 den Staffelstab und betreute Brandenburgs Landeskader weitere vier Jahre. Die Feuertaufe als Organisatoren eines Europacups bestehen die Bogenschützen aus Schwedt und Schönow gemeinsam, in Templin sind 2003 mehr als 150 Schützen aus 27 Nationen zu Gast, als Schützin am Start Anne Pavel von der SSV PCK Schwedt. Der Höhenflug der Erfolge Schwedter Nachwuchsschützen hält in den Folgejahren an, Anne Pavel startet von 2001 - 2005 bei internationalen Turnieren, bei Europacup`s, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften. Beim Juniorencup in Frankreich erreichte 2004 sie im Einzel einen 3. Platz und mit der Nationalmannschaft den 1. Platz, beim Juniorencup in Nymburk/Tschechien mit der Nationalmannschaft Platz 3, bei der Weltmeisterschaft in Lillesthal/England belegte sie in der Einzelwertung den Platz 31 und mit der Mannschaft den 3. Platz.

Der Erfolg hält bis heute an

2005 wird Frank Schmidt Deutscher Meisterin der Feldrunde und Deutscher Meister in der Waldrunde, beides in der Einzelwertung. Anne Pavel gewinnt Gold in der Halle des DBSV, wird Vizemeister in der Halle des DSB , Qstdeutscher Meister in der Halle, Deutscher Jugendmeister im DBSV und schließlich auch Deutsche Meisterin bei den Damen im Freien. 2006 setzt Anne Pavel ihre Erfolgsgeschichte fort wird zweifache Deutsche Meisterin,  Erika Rakel Deutsche Meisterin der  Feldrunde, Champion der Altersklassen in Finsterwalde und Vizemeisterin in der Waldrunde. Ihre Schwester Sylvia Paeschke wird Deutsche Vizemeisterin der Halle und Vizemeisterin in der Altersklasse. Andreas Gdanitz komplettiert mit dem 3. Platz in der Feldrunde das Sportjahr 2006. Eines der erfolgreichsten Jahre verzeichnete Anne, sie lernte nach erfolgreichem Abitur mittlerweile in Frankfurt/Oder, 2007. Bei den Damen Recurve startend holte Anne Gold bei der DM-Freiluft DBSV in Schwedt, wurde Erste bei der DM-Halle DBSV in Döbeln, gewann Bronze bei der DM-Halle DSB in Mühlheim und wurde Vize bei der DM-Freiluft des DSB in München.

Die Ära nach Anne Pavel

In den letzten fünf Jahren von 2007 bis heute konnte der Schwedter Bogensport sich weiterentwickeln, auch wenn die ganz großen Erfolge bei internationalen und nationalen Turnieren in der gewohnten Quantität nicht mehr in den Analen erscheinen. Die Uckermark hat seit Jahren mit einem rasanten Bevölkerungsschwund zu kämpfen, so auch Schwedt. Schwedts Bogenschützen sind in die Jahre gekommen, der Ansturm von neuen jungen Schützen blieb aus, auch eingedenk der Tatsache, dass die Sportstadt Schwedt in mehr als vierzig Sportarten ihren Nachwuchs zu rekrutieren versucht. 2008 sind aus Schönow zahlreiche Schützen zur SSV PCK 90 Schwedt gewechselt, vor allem die optimalen Trainingsbedingungen im Winter veranlasste die Schönower Trainer Katrin Wallura und Uwe Neugebauer-Wallura ihren Nachwuchsschützen einen Wechsel nach Schwedt zu empfehlen. An der Seite der Trainer in Schwedt (Reiner Köhn, Andraes Busch und Rolf Neumann) haben sie seitdem die Möglichkeit mit den Schwedter Schützen gemeinsam zu trainieren und für die SSV PCK 90 Schwedt an den Start zu gehen. Mittlerweile ist die Nachwuchsabteilung wieder auf eine zweistellige Stärke gestiegen, Ausdauer und Kontinuität zahlte sich aus.  

2009 – Kenneth Schröder wird „Sportler des Jahres“ in Schwedt

Seit 1991 sucht die Stadt Schwedt stets zu Jahresbeginn ihre „Sportler des Jahres“. Bogenschützen haben es stets schwer im Konzert der 40 Sportarten der Sportstadt Schwedt. Nach mehreren Podestplätzen vor allem in den Neunziger Jahren und Anfang 2000 durch Anne Pavel gelang dem 12-jährigen Kenneth Schröder im Sportjahr 2009 der große Wurf, er wurde „Schwedter Sportler des Jahres“, sogar im Jahr als Schwedt zur „Sportlichsten Stadt“ Brandenburg gekürt wird. Mit 1778 Stimmen gewinnt er mit mehr als 300 Stimmen Vorsprung vor einem Kanuten, in seinem Sog werden Erika Rakel mit 1645 Stimmen ZWEITE bei den Damen und das Ü-40 Team mit mehr als 1200 Stimmen DRITTE der Teamwertung. Bei der „Sportlerwahl der Uckermark“  2010 wurden Kenneth Schröder und Katrin Wallura jeweils ZWEITE, das Feldbogenteam mit Andreas Gdanitz, Florian Luther und Katrin Wallura DRITTE.

50 Jahre Bogensport in Schwedt – Auftakt 2011 – Wahl der Abteilungsleitung

Am 1.Juni, begeht die SSV PCK 90 Schwedt mit seiner Abteilung Bogensport das stolze 50-jährige Jubiläum. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres fand im Januar 2011 die Mitgliederversammlung der Schwedter Bogenschützen statt. Es wurde Bilanz über die Sportjahre 2009 und 2010 gezogen und der neue Vorstand gewählt. „Bei Deutschen Meisterschaften wurden drei Gold, drei Silber und zwei Bronzemedaillen geholt, hinzu kommen 34 nationale Titel in Brandenburg“, eine eindrucksvolle Bilanz auf die Abteilungsleiter Rolf Neumann im Berichtszeitraum 2009-2010 stolz zurückblickte. Von 1961 bis 2011 haben Schwedter Bogenschützen in 50 Jahren mehr als 200 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften geholt. Garniert wurden diese Spitzenleistungen mit neuen deutschen Rekorden durch Kenneth Schröder (Recurve U-14) und Marco Feine (Primitivbogen-Herren). Die Übungsleiter leisteten auch in den letzten zwei Jahren eine solide Arbeit, der Vorstand bedankte sich bei Christine Heidenescher, Andreas Busch und Reiner Köhn dafür. Das Training im  Winter 2009 fand noch unter sehr schlechten Bedingungen in der baufälligen Baracke statt. Im Frühjahr 2009 musste dann die Baracke geräumt werden und alle Schützen hofften auf eine Neuerrichtung des Gebäudes. Als es sich aber heraus stellte, dass die geplante Baumaßnahme entfällt, begannen die Bogenschützen mit dem Umbau des Flachbaues, dass einst als Schulgebäude genutzt wurde. Dank des Einsatzes aller Mitglieder ist es  gelungen, eine Sportstätte zu schaffen, die es ermöglicht jederzeit ein qualitativ hohes Training abzusichern und eine neue Perle in der Landschaft Schwedter Sportstätten darstellt. 2010 fanden die Landesmeisterschaften im Freien in Schwedt statt. Trotz Fußball-WM ist es den Schwedtern gelungen, für alle Schützen einen reibungslosen Wettkampf zu bieten, einschließlich der Fernsehübertragung des Spieles der Nationalmannschaft gegen Argentinien. Die Landesmeisterschaft war auch eine Generalprobe für die Deutschen Meisterschaften der Altersklassen, die die SSV PCK 90 Schwedt im Jubiläumsjahr am 13.08. und 14.08.2011 ausrichten wird. Es wurde vom Vorstand eingeschätzt, dass die Außendarstellung der Bogenschützen bei Veranstaltungen und in Schulen noch nicht ausreichend ist. Der Nachwuchs kommt selten von alleine, die Teilnahme an einer Veranstaltung der Grundschule Bertolt Brecht (Sponsorenlauf) zeigte aber auf, dass Kinder und Jugendliche das Bogenschießen ausprobieren wollen, um sich für diese Sportart zu entscheiden. Nach dieser Veranstaltung konnten von der Abteilung Bogensport vier neue Mitglieder aufgenommen, der Mitgliederbestand damit sogar gesteigert werden. Das jüngste Mitglied ist derzeit 7 Jahre alt, der älteste aktive Schütze ist Gustav Marquardt mit 69 Jahren. Bei der abschließenden Wahl wurde der neue Vorstand gewählt, der unter der Leitung von Rolf Neumann, mit Andreas Gdanitz (Stellvertreter), Frank Bismar (Organisation), Andreas Busch (Finanzen), Marco Feine (Platzwart), Reiner Köhn (Jugendwart)  und Sylvia Paeschke (Sportwart) besetzt ist.

Das Jubiläumsjahr – erste sportliche Erfolge

Erfolg verpflichtet – unter diesem Motto starteten Schwedter Bogenschützen bei der Hallen DM in Döbeln (Sachsen) und Marktredwitz (Bayern) ins Jubiläumsjahr. Gold, Silber und Bronze war die Beute – GOLD holte Erika Rakel, ihre zehnte Goldmedaille bei einer DM für die SSV PCK 90 Schwedt. Silber gewann Blankbogenschütze Heiko Poppe und Bronze gewann Sylvia Paeschke, ihre insgesamt zwölfte Medaille bei einer Deutschen Meisterschaft für die SSV PCK 90 Schwedt. Die 100. Goldmedaille bei einer DM für Schwedter Bogenschützen ist das Ziel fürs Jubiläumsjahr – Möglichkeiten bestehen 2011 noch einige, so u.a. am 13./14.08.2011 bei der DM der Altersklassen auf der heimischen Bogensportanlage in Schwedt.

Medaillen bei Deutschen Meisterschaften von 1991 – 2011

Gold

Silber

Bronze

Gesamt

Anne Pavel

27

7

5

39

Erika Rakel

10

4

14

28

Christian Wolf

11

3

3

17

Marco Schulz

9

4

3

16

Andreas Gdanitz

7

1

7

15

Monika Lenz

8

3

1

12

Andreas Heidenescher

6

4

2

12

Sylvia Paeschke

2

6

4

12

Rolf Neumann

1

4

7

12

Frank Schmidt

6

1

 

7

Steffen Begert

3

 

2

5

Kenneth Schröder

1

4

 

5

Maria Weinert

 

2

1

3

Steffen Neumann

 

1

2

3

Elisabeth Rönnpagel

 

3

 

3

Claudia Penk

1

 

1

2

Irena Koragodin

1

 

1

2

Nadin Paeschke

 

 

2

2

Frank Schröder

1

 

1

2

Monika Simsch

 

 

2

2

Christian Lange

1

1

 

2

Heiko Poppe

 

2

 

2

Katrin Wallura

 

2

 

2

Wolfgang Meißner

 

 

2

2

Robert Schlott

 

 

2

2

Katrin Liedtke

1

 

 

1

Robert Zibolsky

1

 

 

1

Christine Heidenescher

 

1

 

1

Frank Paeschke

1

 

 

1

 

 

 

 

 

Gesamt

98

53

62

213

Ein großes DANKESCHÖN geht an dieser Stelle vor allem an Christine Heidenescher, Andreas Gdanitz und Rolf Neumann die in vielen Stunden unermüdlicher Arbeit die Daten und Infos der vorliegenden Story zusammengestellt haben - ich hatte nur das große Glück daraus eine Geschichte schreiben zu dürfen. Ich bitte alle Ungenannten dies ausdrücklich zu entschuldigen – ich hätte ein 200 Seiten-Buch schreiben müssen um Niemanden zu vergessen. Ihr seid alle Bestandteil einer einzigartigen Geschichte!

Eine mit mehr als 290 Bildern gespickte Bildergalerie kann man HIER  ansehen, runterladen und ausdrucken.

Uwe Neugebauer-Wallura, 04.04.2011